22. Oktober 2020

Einwurf zum Warnstreik und den Tarifverhandlungen im AVE-Bereich Hessen vom 31.10.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen der ENTEGA AG, wir bedanken uns ausdrücklich bei allen die am 31.10.2018 in Kassel am Warnstreik teilgenommen haben.

Aber leider gibt es immer noch zu viele Kolleginnen und Kollegen im AVE-Bereich der ENTEGA AG, die es für selbstverständlich halten alle zwei Jahre mehr Geld in der Tasche zu haben, getreu dem Motto die Gewerkschaft macht das schon oder was interessiert’s mich ich bekomme mein Geld auch so!
So, werden wir es in den nächsten Jahren immer schwerer haben unsere Interessen durchzusetzen und die nächsten Tarifverhandlungen positiv zu gestalten. Wir würden es begrüßen, wenn wir in Zukunft mehr Unterstützung im Betrieb und bei Streikaktionen, von unseren Mitgliedern bekommen könnten. Das gleiche gilt grundsätzlich auch für die Organisation in der Gewerkschaft, kurz um wir brauchen Mitglieder im Betrieb um unsere Ziele, Wünsche und Tariferhöhungen im Betrieb und im AVE-Bereich durchzusetzen. Ihr müsst euch immer vor Augen halten, der AVE-Tarifvertrag gilt immer erst einmal für Gewerkschaftsmitglieder.

Kolleginnen und Kollegen, nur gemeinsam sind wir stark und können etwas bewegen.

Hier noch ein paar Argumente für ein Eintritt in die Gewerkschaft:

  • Ein Prozent vom Brutto ist mir zu viel Mitgliedsbeitrag: Ver.di finanziert ihre Arbeit ausschlißlich über Beiträge ihrer Mitglieder. Damit betreut, berät und schult sie Betriebsräte und Vertrauensleute, die Jugend- und Auszubildenden- sowie Schwerbehindertenvertreter. Denn nur kompetente Vertreter können die Interessen der Belegschaft durchsetzen. Für Mitglieder gelten Tarifverträge, die gesunde und faire Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub, mehr Weiterbildung und ein höhere Einkommen sichern. Auch bei Arbeitslosigkeit bietet ver.di ihren Mitgliedern Schutz und Zusammenhalt. Erwerbslose zahlen 0,5% ihres Brutto-Arbeitslosengeldes, 2,50 Euro pro Monat wenn keinerlei Einkünfte vorhanden sind.
  • Den Beitrag kann ich mir sparen. Ich profitiere ja auch als Nichtmitglied von den Tarifverträgen von ver.di: Je mehr Beschäftigte in ver.di sind, desto mehr Druck kann sie machen, um bessere Tarifabschlüsse durchzusetzen. Wer glaubt, dass ein Arbeitgeber die ganze Belegschaft aus purer Freundlichkeit “freiwillig” nach Tarif bezahlt, der irrt. Der Arbeitgeber will in erster Linie verhindern, dass alle in die Gewerkschaft eintreten und noch mehr Druck machen können. Was “Trittbrettfahrer” oft nicht wissen: Nur Gewerkschaftsmitglieder haben einen Rechtsanspruch auf tarifliche Leistungen – auch dann noch, wenn der Arbeitgeber aus dem Tarif austritt. Wer kein Mitglied ist und versucht, die tariflichen Leistungen vor Gericht einzuklagen, bekommt eine Abfuhr: Kein Mitglied – kein Recht auf Tarif. Übrigens: Die ver.di-Tarifverträge liegen alle über dem, was das Gesetz vorschreibt, zum Beispiel: Urlaub: 30 Arbeitstage im Jahr nach Tarif – 24 Werktage nach Gesetz oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Anspruch gibt es nur nach Tarif.
  • Als außertariflicher Angestellter (AT) habe ich nichts von den Tarifverträgen von ver.di: Außertarifliche Verträge kann es nur dort geben, wo ein Tarifvertrag als Basis vorhanden ist. Ein AT-Angestellter kann also nur der sein, dessen Gehalt und Arbeitsbedingungen besser sind, als das, was tariflich geregelt ist. In einem AT-Vertrag gibt es Mindestgrenzen, die mit jeder Tariferhöhung und jeder Verbesserung der Arbeitsbedingungen steigen.
  • Wenn mein Chef erfährt, dass ich in der Gewerkschaft bin, kann ich meine Karriere an den Nagel hängen: Die meisten Chefs schätzen Gewerkschaften. In der Krise haben Arbeitgeber und ver.di auf Kooperation und gemeinsame Problemlösungen gesetzt. Es gibt auch schwarze Schafe: Chefs, die ignorieren, dass es ein Grundrecht ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Aber: Eine Mitgliedschaft ist vertraulich – – der Arbeitgeber muss darüber nicht Bescheid wissen.
  • Mein Betrieb ist nicht Tarifgebunden (gilt für unsere Kolleginnen und Kollegen der ENTEGA Medianet). Was bringt mir da eine Mitgliedschaft in ver.di: Mit genügend Mitgliedern lässt sich auch in einem Betrieb, der nicht Mitglied in einem Arbeitgeberverband ist, ein Tarifvertrag durchsetzen. Aber auch ohne Tarif hat ein Mitglied Anspruch auf alle Leistungen von ver.di – etwa Rechtsschutz bei sozial- und arbeitsrechtlichen Problemen, die Freizeitunfallversicherung und vieles mehr. Infos gibt es bei ver.di vor Ort.
  • Je mehr – desto stärker: Aus unserer aktuellen Beschäftigtenbefragung und zahlreichen Gesprächen wissen wir: Viele Nichtmitglieder finden die Arbeit von ver.di, ihre Ziele und die Ergebnisse sehr gut und wichtig. Ihnen fehlt manchmal aber ein konkreter Anlass oder Anstoß, um den entscheidenden Schritt zu tun und Mitglied zu werden. 
    Ihr seid an einer Mitgliedschaft interessiert, möchten aber vorher gerne mehr wissen? Kein Problem. Fragt eure Vertrauensleute von ver.di vor Ort! Gerne auch per Mail — kontakt@vertrauensleute-mit-energie.info

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