29. Oktober 2020

Es ist Frustthema Nummer eins bei Deutschlands Angestellten: Überstunden.

Es ist Frustthema Nummer eins bei Deutschlands Angestellten: Überstunden. Unzufriedenheit, Stress und Burnout sind die Folgen. 

Ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland glaubt nicht, sein aktuelles Arbeitstempo langfristig durchhalten zu können. 18 Prozent arbeiten an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und 23 Prozent verzichten auf Pausen, heißt es in einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2015. Demnach geht sogar jeder achte krank zu Arbeit. Der steigende Ziel- und Ergebnisdruck in Unternehmen zwingt Beschäftigte in Deutschland dazu, mehr zu arbeiten, als ihnen gut tut. Der Grund für den Überstunden-Gau ist Missmanagement in der Führungsebene.

Konkret hat dieses falsche Management zwei Hauptaspekte. Entweder regiert im Unternehmen das Chaos oder die Gier. Das bedeutet im ersten Fall, dass die internen Workflows nicht stimmen. Im zweiten Fall deckt sich die Personalplanung nicht mit der Kunden- oder Projektplanung – zu wenig Mitarbeiter, zu viele Projekte. Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine Abwärtsspirale. Mitarbeiter kündigen, weil sie weniger verdienen als ihnen durch die Überstunden zusteht. Zudem sind es meist die Besten, die zuerst gehen.

Danach springen Kunden ab: Häufiger Personalwechsel und der einhergehende Kompetenzverlust lässt das Vertrauen schwinden. Die verbliebenen Angestellten müssen die Kapazitäten durch Mehrarbeit kompensieren. Dies geht jedoch zu Lasten der Arbeitsqualität. Außerdem wird es nötig, noch mehr Zeit in Mitarbeiter-Recruiting und Kundenakquise zu investieren. So lässt nach und nach die Gesamtleistung nach.

Das ist aber noch nicht alles. Mit einem derartigen Arbeitsmodell wird es immer schwieriger junge, gut ausgebildete Fachkräfte zu rekrutieren und zu halten. Gerade diese suchen nämlich verstärkt nach Möglichkeiten ihre  individuelle Lebenssituation mit dem Beruf zu vereinen. Wer kann Anforderungen wie flexiblen Arbeitszeiten oder Homeoffice gerecht werden, wenn er noch nicht einmal sein Überstundenproblem im Griff hat?

Quelle: Focus-Online

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.