28. Oktober 2020

Petition: Unfassbar! Abschiebung nach 25 Jahren – Familie in Deutschland integriert, Vater und Sohn zahlen in die deutsche Steuerkasse.

Unfassbar!!!!!!!!!!! Dort wo Abschiebungen berechtigt wären bekommen es die Behörden nicht hin,

nachdem sie 25 Jahre unbescholten in Deutschland gelebt hatte, wurde die Familie Bajrami (die Eltern und drei der vier Kinder) am 17. Januar 2018 nach Mazedonien abgeschoben.

1993/94 waren die beiden Eltern und der damals dreijährige Sohn Omer vor dem Balkankonflikt nach Deutschland geflohen. Sie wurden in Wolfschlugen ansässig, wo auch die drei jüngeren Töchter geboren wurden. Hier lebte die Familie dann 25 Jahre als integrierte, engagierte Mitglieder der Gemeinde. 25 Jahre, in denen die Familie sich in Deutschland ein unabhängiges Leben als Teil der Gesellschaft aufgebaut hat.

Wir bitten die verantwortlichen Behörden inständig, Ihre Entscheidung zu überdenken. Geben Sie der Familie eine Möglichkeit legal zurückzukommen. 

Die Bajramis waren ein Beispiel für eine perfekt integrierte Familie in Deutschland:

  • Die vier Kinder sprechen perfektes Deutsch, da sie hier aufgewachsen und zur Schule gegangen sind.
  • Die Familie finanzierte sich selbst: Der Sohn (Omer) hatte seit fünf Jahren eine Festanstellung als ausgebildeter Elektriker. Der Vater (Isa) ist seit elf Jahren berufstätig. Die Betriebe, bei denen Vater und Sohn angestellt waren, sind fassungslos über den abrupten Mitarbeiterverlust und haben versichert, beiden direkt wieder eine Anstellung zu geben.
  • Hazbije hat ihre Ausbildung als Pharmazeutisch-technische Assistentin vor vier Jahren erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seitdem in der Pinguin-Apotheke in Kirchheim/Teck.
  • Die Familie lebte seit vielen Jahren in einer Wohnung in Wolfschlugen. Die Vermieterin ist schockiert über den Verlust ihrer zuverlässigen, ordentlichen und freundlichen Mieter und wird die Wohnung nun zunächst nicht weitervermieten. Damit die älteste Tochter, die noch hier ist, die Wohnung halten kann, verzichtet sie auf einen Teil der Miete und hofft, dass der Rest der Familie bald wieder zurückkommt.
  • Die 16-jährige Tochter Lejla stand unmittelbar vor den Realschul-Abschlussprüfungen (Abholung erfolge zwei Tage vor der Eurocom Prüfung). Die jüngste Tochter Elife ging in die 5. Klasse. Eine schulische Weiterbildung für Lejla und Elife wird es nicht geben, da die Schulen in Mazedonien kostenpflichtig sind und die Familie angesichts der hohen Arbeitslosigkeit (Mazedonien hat eine Jungenarbeitslosigkeitsrate von 50%) bereits Probleme mit dem Überleben hat. Die Perspektive für die Töchter sieht in der dort gelebten albanischen Tradition ohnehin nur die Rolle als Hausfrau und Mutter vor.
  • Die Familie Bajrami befindet sich aktuell bei Bekannten. Dass diese die finanzielle Belastung von fünf weiteren Personen nicht mehr lange tragen kann, ist absehbar.

Ich habe diese Petition verfasst, da mein guter Freund Omer, nachdem er sein ganzes Leben hier verbrachte, in ein fremdes Land verwiesen wurde. Ein Freund, mit dem ich jedes Silvester, jeden Geburtstag und zahlreiche andere Ereignisse erleben durfte, hat sich mit einem Fingerschnippen in Luft aufgelöst.

Welche Klausel hier auch immer gegriffen haben mag, so etwas ist unbegreiflich.

Nicht nur ich, sondern ein breiter Unterstützerkreis von Bekannten und Freunden sowie Ehrenamtlichen, Beamten u.v.a.m. stehen hinter der Familie Bajrami.

Wir werden nicht ruhen, bis die Familie wieder zurück ist!

Helft uns dabei, die Familie in ihre Heimat zurückzubringen.

Vielen Dank,
Simon Dörner via Change.org

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