28. Oktober 2020

Warnstreik, was ist zu beachten?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

da im Hinblick auf das Thema Warnstreik doch immer wieder einige Fragen auftauchen, ein paar klärende Informationen zu diesem Thema:

Grundsätzlich steht auch den in der ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen, die bei der ENTEGA Tochter e-netz Südhessen beschäftigt sind und an einem von der IGM organisierten Warnstreik teilnehmen, Streikgeld zu. Wichtig ist aber, dass die Gewerkschaft ver.di über die anstehende Streikmaßnahme rechtzeitig durch die Gewerkschaft IGM informiert wird. (Grund: ver.di muss für Ihre, in der e-netz Südhessen beschäftigten Mitglieder das Streikgeld beim Bundesvorstand beantragen, dieser muss das Streikgeld genehmigen. Bei der Beantragung muss eingeschätzt werden können, wie viele Mitglieder sich beteiligen und wie lange gestreikt werden soll).

Die Höhe der Streikunterstützung errechnet sich wie folgt: Durchschnittsbeitrag des Mitgliedes x Stundenfaktor x 40 / arbeitsvertragliche Wochenarbeitszeit. Für jedes kindergeldberechtigte Kind wird ein Zuschlag von 2,50 Euro gezahlt.

Ganz Wichtiges Thema ist immer wieder: Müssen Streikende sich bei ihren Vorgesetzten abmelden bzw. ausstempeln?: Nein. In einem Streik sind die wechselseitig bestehenden Rechte und Hauptpflichten aus dem Arbeitsverhältnis suspendiert. Es besteht somit keine Meldepflicht gegenüber dem Vorgesetzten und es muss nicht ausgestempelt werden. Wenn eine Gewerkschaft zum Streik aufgerufen hat und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich dem Streikaufruf anschließen, ist automatisch die Arbeitspflicht für die Dauer des Streiks aufgehoben. Soweit in einem bestreikten Betrieb rechtswirksame Regelungen über Verhaltens- und Abmeldepflichten der Beschäftigten beim Verlassen des Arbeitsplatzes oder des Betriebes bestehen, gelten diese nicht im Streikfall. Lediglich „Schlüsselträger” müssen ggfs. bei ihrem Vorgesetzten anrufen und klären, wo sie den Schlüssel abzugeben haben oder wer ihn abholt. Gibt es dabei Unklarheiten, sollte immer an die Streikleitung verwiesen werden.

Der Arbeitgeber kann (muss nicht) für Streikzeiten das Gehalt kürzen. Der Arbeitgeber darf nicht ohne Zustimmung der Arbeitnehmer/-innen Arbeitszeit vom Arbeitszeitkonto für die Teilnahme am Streik verrechnen.

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